Leben in der Kommune

Wohnen

Wenn Sie neu eingereist sind, werden Sie in eine bestimmte Kommune zugewiesen. Dort werden Sie durch die Kommune untergebracht.

In den ersten drei Jahren nach Ihrer Einreise nach Deutschland gilt eine “Wohnsitzauflage”. Das heißt: Sie müssen in dem Bundesland oder sogar in dem Kreis wohnen bleiben, in den Sie zugewiesen wurden. Welche Wohnsitzauflage für Sie gilt, kann Ihnen die Ausländerbehörde oder eine Migrationsberatungsstelle erklären. Sie selbst können dies auf dem Zusatzblatt Ihres Aufenthaltstitels nachlesen. Hier ist eine grobe Übersicht:

Innerhalb des Gebiets, für das Ihre Wohnsitzauflage gilt, können Sie selbstständig umziehen, sobald Ihr Antrag beim Jobcenter bewilligt wurde.

Wenn Sie an einen neue Ort um ziehen wollen, der außerhalb des Gebiets liegt, für das Ihre Wohnsitzauflage gilt, benötigen Sie die Zustimmung der dafür zuständigen Behörden. Sie können Ihre Ausländerbehörde fragen, welche Behörden in dem betreffenden Bundesland zuständig sind.

In vielen Fällen ist es möglich, dass Ihre Wohnsitzauflage geändert wird. Das kann z.B. sein, wenn Sie eine Arbeit gefunden haben und der Arbeitgeber zu weit entfernt von Ihrem Wohnort ist. Das Gleiche gilt, wenn Sie eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen und deswegen umziehen müssen. Auch wenn es besondere Situationen gibt, wie z.B. Pflegebedarfe in der Familie oder Krankheiten, die an einem anderen Ort behandelt werden müssen, können Sie bei der Ausländerbehörde beantragen, dass die Wohnsitzauflage geändert wird.

Auch wenn Sie sich von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin trennen wollen, weil es Gewalt in der Beziehung gab, kann die Wohnsitzauflage geändert werden. Es gibt in Deutschland spezielle Hilfe für Frauen und Männer, die Gewalt in Ihrer Beziehung erleben. Hier finden Sie mehr Informationen für Frauen und für Männer.

An vielen Orten in Deutschland ist es sehr schwierig, eine eigene Wohnung zu finden, gerade in größeren Städten.  

Solange Sie noch Bürgergeld bekommen, müssen Sie sich vor der Wohnungssuche zunächst bei Ihrem Jobcenter erkundigen, wie groß (in Quadratmetern) die Wohnung sein darf und wie viel Kaltmiete vom Jobcenter übernommen wird. Das ist in allen Städten und Orten unterschiedlich. 

Hier finden Sie praktische Informationen dazu, was helfen kann, wenn man eine Wohnung sucht:
Wohnungssuche | Handbook Germany : Together 

Oft ist die erste Unterkunft in der neuen Kommune temporär. Manche Kommunen bringen eingereiste Familien direkt in Wohnungen mit eigener Küche und Bad unter.

In manchen Kommunen werden Sie in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. Wenn Sie alleinstehend sind, kann es sein, dass Sie dort ein Zimmer mit einer oder mehreren Personen teilen. Familien bekommen meist ein eigenes Zimmer. Für alle gilt: Das Badezimmer und die Küche werden in Gemeinschaftsunterkünften mit mehreren Personen geteilt. Das kann eng, laut und stressig sein.

Mehr Informationen über Ihre Rechte in Gemeinschaftsunterkünften finden Sie hier:
Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete | Handbook Germany : Together

Oft erfahren Sie erst in der Erstaufnahmeeinrichtung, in welche Kommune Sie kommen. 

Wenn Sie Verwandte oder Bekannte in Deutschland haben und in deren Nähe sein wollen, sollten Sie dies bei den Interviews vor Ihrer Einreise sagen. Nennen Sie die Namen und Adressen der Personen, in deren Nähe Sie leben möchten.  

Manchmal funktioniert es dann, dass Sie in der Nähe untergebracht werden. Leider kann es aber sein, dass Sie trotzdem ganz woanders untergebracht werden.  

Die Behörden sind nicht verpflichtet, sich nach Ihren Wünschen zu richten bei der Frage, wo Sie wohnen wollen. Es kann also sein, dass Sie an einen Ort in Deutschland ziehen, der Ihnen erstmal nicht gut gefällt.

Deutsch lernen

Es ist wichtig, schnell Deutsch zu lernen, damit Sie sich bei deutschen Behörden, in der Arztpraxis und beim Einkaufen verständigen können. Außerdem helfen Ihnen Deutschkenntnisse dabei, eine Arbeit oder ein Studium aufzunehmen und neue Freunde und Freundinnen zu finden.

Nach Ihrer Ankunft in Deutschland sollten Sie daher an einem Integrationskurs teilnehmen. Sie können direkt nach Ankunft in der Kommune nach einem Integrationskurs suchen. Hierfür müssen Sie sich selbständig anmelden.

Die meisten Menschen, die über Resettlement kommen, müssen einen Integrationskurs machen. Sie erhalten dann von der Ausländerbehörde oder vom Jobcenter eine “Verpflichtung zum Integrationskurs”.

Ausgenommen davon sind:

  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Schule besuchen
  • Personen, die eine Ausbildung machen oder eine feste Arbeit haben
  • Personen, die aus guten Gründen nicht an einem Integrationskurs teilnehmen können, z.B. weil sie ein Familienmitglied pflegen.

Ein Integrationskurs ist eine Kombination aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Das heißt: Sie lernen in dem Kurs Deutsch (600 Unterrichtseinheiten) und Informationen über das Leben in Deutschland (100 Unterrichtseinheiten). Meist werden die Kurse von einer Sprachschule vor Ort angeboten, es gibt aber auch Online-Kurse.

Am Ende des Sprachkurses machen Sie den “Deutsch-Test für Zuwanderer” auf dem Sprachniveau B1. Das Sprachniveau B1 brauchen Sie für viele Berufe und Ausbildungen. Nach dem Orientierungskurs machen Sie den Test “Leben in Deutschland”, in dem Sie nachweisen, dass Sie die Grundlagen über das Leben in Deutschland kennen.

Es gibt auch Alphabetisierungskurse für Personen, die gar nicht oder nicht gut lesen oder schreiben können und für Personen, die die lateinische Schrift noch nicht kennen. Diese dauern etwas länger, um das Lesen und Schreiben zu erlernen.

Für Menschen, die sehr schnell lernen, gibt es auch Intensivkurse. Dort lernen Sie das gleiche, wie im Integrationskurs, nur schneller.

Hier können Sie einen Integrationskurs in Ihrer Nähe suchen:
https://bamf-navi.bamf.de/de/Themen/Integrationskurse/

Wenn Sie dabei Hilfe brauchen, hilft Ihnen eine Migrationsberatungsstelle oder ein Jugendmigrationsdienst.  

Die Teilnahme am Integrationskurs ist für Sie kostenfrei. In der Erstaufnahmeeinrichtung bekommen Sie ein Dokument für die Befreiung von den Kosten für den Integrationskurs. Dieses wird vom BAMF Braunschweig ausgestellt. Dieses Papier sollten Sie unbedingt zur Sprachschule mitbringen, wenn Sie sich anmelden.

Wenn Sie kein Dokument zur Befreiung von den Kosten für den Integrationskurs bekommen haben, melden Sie sich beim BAMF unter Angabe Ihrer Referenznummer, z. B. über die allgemeine Kontaktadresse.

Gesundheit

Krankenversicherung

In Deutschland müssen alle Menschen krankenversichert sein.  Die Krankenversicherung zahlt, wenn Sie oder Ihre Familie medizinische Hilfe oder Medikamente brauchen.

Die Krankenversicherung wird vom Jobcenter bezahlt, solange Sie Bürgergeld bekommen. Wenn Sie arbeiten, wird das Geld für die Krankenversicherung direkt von Ihrem Arbeitgeber an die Krankenkasse überwiesen.

Nach der Anmeldung zur Krankenkasse bekommen Sie eine Krankenversicherungskarte. Diese zeigen Sie beim Arzt oder beim Krankenhaus vor, damit die Kosten für die Behandlung direkt von der Krankenkasse übernommen werden.

Manchmal kann es nach der Anmeldung einige Zeit dauern, bis die Krankenversicherungskarte bei Ihnen ankommt. Wenn Sie in der Zwischenzeit dringend zum Arzt müssen, sollten Sie sich an das Sozialamt Ihrer Stadt wenden. Dann bekommen Sie einen Behandlungsschein, mit dem Sie zu einer Arztpraxis gehen können.

Gesundheits-Unterlagen

Bei Ihrer Einreise nach Deutschland haben Sie womöglich bereits medizinische Unterlagen dabei, zum Beispiel die Gesundheitsakte von IOM.

Nehmen Sie die IOM-Gesundheitsakte auf Englisch, Ihren Impfausweis und weitere Arzt-Unterlagen, die Sie haben, zu Ihren Arztterminen mit. Viele Menschen, die in der Arztpraxis oder im Krankenhaus arbeiten können Englisch verstehen.

Sprachmittlung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus

In der Arztpraxis ist es wichtig, dass Sie alles gut verstehen und auch der Arzt/die Ärztin Sie versteht. Leider sind die Arztpraxen und Krankenhäuser in Deutschland nicht verpflichtet, einen Sprachmittler für Ihre Sprache zu Ihrem Termin dazu zu holen. Deswegen müssen Sie sich selbst darum kümmern, dass die Sprachmittlung funktioniert.

Einige Tipps:

  • Erkundigen Sie sich vor dem Termin bei der Praxis oder beim Sozialdienst des Krankenhauses, ob es eine Möglichkeit für Sprachmittlung gibt.
  • Viele Ärzt*innen und Pflegekräfte in Deutschland sprechen Englisch, manche auch Französisch, Türkisch oder andere Sprachen. Auch das können Sie vor dem Termin erfragen.
  • In vielen Orten gibt es Sprachmittler-Pools, die Sie zu Terminen bei einer Arztpraxis oder im Krankenhaus begleiten können. Fragen Sie dafür bei einer Migrationsberatungsstelle nach.

Manchmal kann ein Freund, eine Bekannte oder Ehrenamtliche zu Arztterminen mitkommen, um Ihnen zu helfen. Wichtig ist aber, dass Sie damit einverstanden sind, dass diese Person Informationen zu Ihrer Gesundheit erfährt. Es ist nicht gut, wenn Kinder zum übersetzen mitkommen. Die Verantwortung ist für Kinder viel zu groß.

Weitere Informationen

Es gibt viele gute mehrsprachige Informationsmaterialien zur Gesundheitsversorgung in Deutschland, z.B. zu Impfungen, zu den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, zur Schwangerschaft und vieles mehr. Hier finden Sie viele gute Informationen und Links:
Gesundheit

Arbeit

Sobald Sie ihre Aufenthaltserlaubnis haben, können Sie in Deutschland arbeiten. Sie brauchen dafür keine Erlaubnis der Ausländerbehörde.

Für viele Berufe in Deutschland brauchen Sie Deutschkenntnisse. Daher ist es sinnvoll, dass Sie zunächst den Integrationskurs machen, bevor Sie nach einem Job suchen.

Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Der deutsche Arbeitsmarkt ist sehr formalisiert. Das heißt: Viele Firmen wollen Dokumente, die zeigen, dass Sie eine Schule, eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben. Wenn Sie Zeugnisse von Ihrer Schule, Ihrem Studium oder Ihrer Ausbildung haben, sollten Sie diese Abschlüsse in Deutschland anerkennen lassen.

Das Anerkennungsverfahren ist kompliziert. Holen Sie sich dafür auf jeden Fall Hilfe bei einer Beratungsstelle. Mehr Informationen finden Sie hier:
Anerkennung ausländischer Abschlüsse | Handbook Germany : Together

Hilfe bei der Arbeitssuche

Das Jobcenter unterstützt Sie dabei, eine Arbeit in Deutschland zu finden. Zum Beispiel können Sie Hilfe bei der Bewerbung erhalten oder einen Gutschein, mit dem Sie eine Fortbildung oder Weiterbildung machen können. Das Jobcenter kann auch die Kosten für die Anerkennung der Berufsabschlüsse übernehmen. Hier finden Sie mehr Informationen dazu: Bekomme ich Unterstützung bei der Suche nach einer Arbeit? | Handbook Germany : Together

Rechte als Arbeitnehmer in Deutschland

Es gibt starke Rechte in Deutschland, die Arbeitnehmer_innen schützen. Zum Beispiel haben Sie ein Recht auf Urlaub und dass Ihnen Ihr Lohn pünktlich und vollständig gezahlt wird.

Hier finden Sie mehr Informationen dazu: Arbeitnehmer*innenrechte | Handbook Germany : Together

Bei den Beratungsstellen von “Faire Integration” gibt es kostenlose Hilfe zu Fragen zum Arbeitsrecht: Faire Integration

Schule und Kindergarten

Wenn Sie mit minderjährigen Kindern einreisen, ist es wichtig, dass diese in die Kita und in die Schule gehen. Dort lernen Ihre Kinder Gleichaltrige kennen, lernen schnell Deutsch und bekommen eine regelmäßige Tagesstruktur.

Schule

In Deutschland sind alle Kinder und Jugendliche ab 6, bzw. 7 Jahren schulpflichtig. Kinder müssen ab diesem Alter für mindestens für 9 Jahre eine Schule besuchen. Wenn Sie also Kinder haben, die zwischen 6 und 16 Jahren alt sind, bekommen Sie meist einen Brief von der zuständigen Behörde, kurz nachdem Sie in der Kommune angekommen sind. In dem Brief sind die wichtigsten Informationen, wie und wo ihr Kind zur Schule gehen wird.

Schulen sind in Deutschland durch die Bundesländer geregelt. Daher ist das Schulsystem je nach Bundesland etwas unterschiedlich. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu dem Schulsystem in Ihrem Bundesland. Schule | Handbook Germany : Together

Kindertagesstätte

Kleine Kinder unter dem Alter von 6 Jahren besuchen in Deutschland oft eine Kindertagesstätte (Kita). Dort lernen Ihre Kinder neue Freunde kennen, können spielen und lernen. Es ist keine Pflicht, seine Kinder in eine Kita zu schicken. Für Ihre Kinder kann es sehr positiv sein, in eine Kita zu gehen. Dort lernen sie Deutsch und bereiten sich auf die Schule vor.

Wenn Ihr Kind in die Kita geht, können Sie in der Zeit zum Integrationskurs gehen und Termine erledigen. Außerdem bekommen Sie Kontakte zu anderen Eltern, deren Kinder in der gleichen Kita sind.

In vielen Städten gibt es nicht genug Kita-Plätze. Daher kann es zu Wartezeiten kommen.

Wie Sie Ihr Kind für eine Kita anmelden, erfahren Sie von Ihrem lokalen Jugendamt. Leider ist das Verfahren je nach Stadt unterschiedlich, sodass wir hier keine allgemeinen Informationen geben können. Hier finden Sie die Kontaktdaten von Ihrem Jugendamt: Jugendamt vor Ort finden – Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt.

Hier finden Sie mehr Informationen zu Kitas: Kita | Handbook Germany : Together

Familiennachzug

Manchmal können nicht alle Familienmitglieder gleichzeitig über Resettlement nach Deutschland einreisen, weil die Familie auf der Flucht getrennt wurde.

Ihre “Kernfamilie” kann ein Visum zum Familiennachzug nach Deutschland beantragen. Kernfamilie heißt:

  • Minderjährige, unverheiratete Kinder können zu ihren Eltern nachziehen.
  • Ehepartner können zueinander nachziehen.
  • Wenn ein minderjähriges Kind ohne seine Eltern über Resettlement einreist, können die Eltern zum Kind nachziehen.

Alle anderen Familienangehörigen (volljährige Kinder, Geschwister, Eltern von volljährigen Kindern) zählen nicht zur “Kernfamilie” und können nicht nachziehen.

Wenn Angehörige Ihrer Kernfamilie noch im Ausland sind und nachziehen sollen, ist folgendes ganz wichtig: Sie, bzw. Ihre Angehörigen müssen spätestens 3 Monate nachdem Sie Ihre Aufenthaltserlaubnis bekommen haben, eine “fristwahrende Anzeige” bei der deutschen Botschaft oder bei der Ausländerbehörde abgeben. Dann ist später ein Visum zum Familiennachzug möglich, ohne dass Sie genug Wohnraum oder eigenes Einkommen haben müssen, um Ihre Angehörigen zu versorgen.

Holen Sie sich dafür unbedingt Hilfe bei einer Migrationsberatungsstelle, damit die “fristwahrende Anzeige” rechtzeitig und richtig bei den Behörden ankommt. Die Migrationsberatungsstelle wird Ihnen auch bei den weiteren Schritten zur Beantragung des Familiennachzugs helfen.

Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis

Die Idee von Resettlement ist, dass Sie langfristig in Deutschland bleiben und sich hier ein Leben aufbauen. Das heißt, dass Ihre Aufenthaltserlaubnis verlängert werden kann. Sie müssen jede Verlängerung selbst beantragen. Am besten melden Sie sich ca. 2 Monate bevor die Aufenthaltserlaubnis abläuft bei der Ausländerbehörde. Dort müssen Sie einen Antrag auf Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis stellen.

Außerdem haben Sie nach einigen Jahren verschiedene Möglichkeiten, eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis in Deutschland zu bekommen oder sich irgendwann sogar einbürgern zu lassen.

Aufenthaltsverfestigung

Eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis heißt in Deutschland “Niederlassungserlaubnis”. Der Vorteil einer Niederlassungserlaubnis ist, dass Sie diese nicht bei der Ausländerbehörde verlängern lassen müssen.

Folgende Voraussetzungen müssen Sie für eine Niederlassungserlaubnis erfüllen:

  1. Sie haben seit fünf Jahren eine Aufenthaltserlaubnis nach §23 Abs. 4 AufenthG in Deutschland
  2. Sie verdienen Ihren Lebensunterhalt zu mehr als 50% selbst (z.B. durch eigene Arbeit)
  3. Sie haben einen B1-Sprachtest und den “Leben in Deutschland”-Test beim Integrationskurs bestanden.
  4. Sie haben genug eigenen Wohnraum für sich und Ihre Familie. Eine Wohnung oder ein Zimmer in einer Flüchtlingsunterkunft ist dafür nicht ausreichend.
  5. Außerdem dürfen Sie nicht wegen Straftaten verurteilt worden sein.
  6. Da Sie über Resettlement gekommen sind, müssen Sie keine 60 Monate Rentenversicherungsbeiträge vorweisen.

Ausnahmen von den Voraussetzungen kann die Ausländerbehörde machen, wenn Sie z.B. aufgrund von Krankheiten oder Behinderungen nicht in der Lage sind, diese vollständig zu erfüllen.

Für Jugendliche und junge Erwachsene, die über Resettlement nach Deutschland gekommen sind, gibt es vereinfachte Regeln, um die Niederlassungserlaubnis zu bekommen. Dazu kann ein Jugendmigrationsdienst beraten.



Datenschutz

In Deutschland gibt es Gesetze, die alle Behörden und Organisationen verpflichten, gut und sicher mit Ihren Daten umzugehen. Zu den Daten zählen z.B. Ihr Name und Ihr Geburtsdatum, aber auch sensible Informationen, z.B. zu Ihrem Gesundheitszustand,

Alle Organisationen, mit den Sie zu tun haben (Behörden, Beratungsstellen, Schulen, Kindergärten, Ärzte…) müssen Sie darüber informieren, wie sie Ihre Daten verwenden. Manchmal brauchen oder wollen sie auch einen schriftliche Einwilligung zur Datenverarbeitung.

Zum Beispiel: Wenn Sie zu einer neuen Arztpraxis gehen, bekommen Sie bei den Mitarbeitenden am Empfang eine “Datenschutzeinwilligung”. Darin steht, dass Ihre Personendaten und Informationen zu Ihrem Gesundheitszustand bei der Arztpraxis gespeichert werden und dass die Arztpraxis bestimmte Informationen zur Abrechnung an die Krankenkasse gibt. Außerdem gibt es Informationen dazu, wie lange die Daten gespeichert werden und dass Sie verlangen können, dass die Daten gelöscht werden.

Auch viele anderen Organisationen und Behörden werden Ihnen zu Beginn eine “Datenschutzeinwilligung” vorlegen und Sie bitten, diese zu unterschreiben. Manchmal gibt es die Datenschutzeinwilligung nur auf Deutsch, manchmal auch auf anderen Sprachen. Es ist gut, wenn Sie die Datenschutzeinwilligung lesen und verstehen bevor Sie sie unterschreiben.

Viele Menschen in Deutschland unterschreiben die Datenschutzeinwilligungen, ohne sie genau zu lesen, weil sie der Organisation oder den Menschen vertrauen, die die Daten speichern und nutzen.  Manchmal gibt es auch keine Alternative dazu, die Einwilligung zu unterschreiben, da sie ansonsten manche Verträge nicht abschließen können.

Wenn Sie die Datenschutzeinwilligung z.B. in der Arztpraxis nicht unterschreiben wollen, müssen Sie sich darauf einstellen, dass die Menschen irritiert und vielleicht auch verärgert sind. Manchmal werden sie Ihnen auch sagen, dass Sie ohne die Unterschrift auf der Einwilligung nicht behandelt werden können. Ob das richtig ist oder nicht hängt von der konkreten Einwilligung ab.

Wo finde ich Hilfe?

Es ist schwer, in einem neuen Land anzukommen Daher: Holen Sie sich Hilfe!

Auf dieser Seite haben wir Ihnen Beratungsangebote und vertrauenswürdige Informationsquellen im Internet zusammengestellt.

Migrationsberatung

In Deutschland gibt es viele Beratungsstellen für Personen, die neu in Deutschland sind. Diese bieten kostenlos Hilfe an und unterstützen auch bei Problemen mit den Behörden. Oft müssen Sie bei Beratungsstellen einen Termin vereinbaren; manche haben auch eine offene Sprechstunde, in der Sie einfach vorbeikommen können. Manche Beratungsstellen bieten auch eine Online-Beratung an.  Hier sind einige Beratungsstellen, die es in Städten in ganz Deutschland gibt:

  • Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte für alle Menschen, die neu in Deutschland sind unter älter als 27 Jahre: BAMF-NAvI – Beratungsstellen
  • Hier finden Sie eine Übersicht aller Beratungsstellen zum Thema Migration in Ihrer Nähe: adressen.asyl.net

Informationen im Internet

Es gibt viele Falschinformationen im Internet. Daher ist es wichtig, dass Sie immer prüfen, ob die Informationen vertrauenswürdig sind und für Ihre Situation zutreffend sind. Hier sind einige gute Informationsquellen für Sie:

  • Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat eine App und ein Arbeitsbuch in Englisch, Arabisch und Französisch für die Vorbereitung vor der Einreise nach Deutschland speziell für Resettlement-Flüchtlinge erstellt. Dort finden Sie viele hilfreiche Infos und Übungen zur Vorbereitung für die ersten Wochen und Monate in Deutschland:  TOOLS FOR PRE-DEPARTURE INTEGRATION OF REFUGEES | IOM Germany
  • Handbook Germany ist eine Internetseite auf Englisch, Arabisch, Dari/Farsi, Paschto, Russisch, Französisch, Türkisch und Ukrainisch. Es gibt auch ein Forum, um Fragen zu stellen. Es gibt dort sehr viele seriöse Informationen über das Ankommen und Leben in Deutschland. Die Informationen dort sind für alle Menschen, die neu in Deutschland sind und nicht speziell für Resettlement-Flüchtlinge Von der Community für die Community | Handbook Germany : Together

Info-Videos zum Ankommen in Deutschland